Die Französische Verteidigung

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Die Französische Verteidigung

Beitragvon Topschach » Fr 17. Feb 2012, 11:25

Die Französiche Verteidigung entsteht nach den Zügen:

1.e4 e6



Der Name der Eröffnung stammt aus dem Jahre 1834. Während eines Wettstreits im Fernschach zwischen einer Londoner Mannschaft und einer aus Paris, antworteten die Franzosen auf den Eröffnungszug 1. e2-e4, den die Londoner machten, mit dem Zug 1. ... e7-e6 und gewannen die Partie.

Die Französische Verteidigung gilt als sehr solide. Schwarz baut sich ruhig auf und versucht, geschlossene Stellungen anzustreben im zum richtigen Zeitpunkt zum "Gegen"-Schlag auszuholen.
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Re: Die Französische Verteidigung

Beitragvon Topschach » So 18. Aug 2013, 10:05

Eine interessante Variante innerhalb der Französischen Verteidigung spielte Adams mit den weißen Steinen beim FIDE World Cup 2013 gegen Wan Yunguo:

In der ersten Partie gegen Wan Yunguo konnte Michael Adams seiner Niederlage gerade noch von der Klippe springen. In der zweiten Partie holte Adams mit den weißen Steinen dann richtig aus und ließ seinem Gegner keine Chance. Eiskalte Taktik und ein warmer Händedruck, besiegelten Adams Sieg.

Wan Yunguo (2512) - Adams (2740)
Adams (2740) - Wan Yunguo (2512)
FIDE World Cup, Tromso 2013

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Re: Die Französische Verteidigung

Beitragvon kurutz » So 18. Aug 2013, 21:34

Super, als Französisch-Spieler fühle ich mich hier als Neuling in diesem Forum sicher wohl.
Mfg
Kurt
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Re: Die Französische Verteidigung

Beitragvon Topschach » So 18. Aug 2013, 21:46

kurutz hat geschrieben:Super, als Französisch-Spieler fühle ich mich hier als Neuling in diesem Forum sicher wohl.
Mfg
Kurt


Hallo Kurt,

ein herzliches Willkommen. Es passt gerade gut, dass ich auf einen Französisch-Spieler treffe. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Bauernopfer nach:

1.e4 e6
2.d4 d5
3.e5 c5
4.Sf3 Sc6
5.Ld3 cxd4



Was hälst Du von diesem "Gambit" ? Gambit deswegen in Anführungszeichen, weil Weiß den Bauern bei Bedarf zurückbekommen kann. Wie spielst Du das mit Schwarz ?
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Re: Die Französische Verteidigung

Beitragvon kurutz » Mo 19. Aug 2013, 13:32

Topschach hat geschrieben:
kurutz hat geschrieben:Super, als Französisch-Spieler fühle ich mich hier als Neuling in diesem Forum sicher wohl.
Mfg
Kurt


Hallo Kurt,

ein herzliches Willkommen. Es passt gerade gut, dass ich auf einen Französisch-Spieler treffe. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Bauernopfer nach:

1.e4 e6
2.d4 d5
3.e5 c5
4.Sf3 Sc6
5.Ld3 cxd4



Was hälst Du von diesem "Gambit" ? Gambit deswegen in Anführungszeichen, weil Weiß den Bauern bei Bedarf zurückbekommen kann. Wie spielst Du das mit Schwarz ?


Bitte Kommunikation jeweils über PGN, damit man nicht jedes Mal die Züge händisch eingeben muss.

[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "????.??.??"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "1/2-1/2"]
[Annotator "Utzinger,K"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 {Dieses Gambit ist ueber
das Brett - vor allem fuer einen vorbereiteten Spieler - sicher anwendbar.
Ich würde einfach "normal" weiterentwickeln nach beispielweise} 6. O-O {
mit} 6. ... Qb6 {und nach } 7. Nbd2 {mit} 7. ... Nge7 {fortsetzen} 8. Nb3
Ng6 {und z. B. gerne den Springer auf g6 tauschen lassen gegen den weissen
Angriffslauefer} 9. Bxg6 hxg6 10. Nbxd4 Nxd4 11. Nxd4 Bc5 {und Schwarz hat
keine Probleme, zumindest weniger Probleme als in den ueblichen
Standardvarianten. Keinesweges wuerde ich jedoch versuchen, den d4-Bauer
um jeden Preis zu halten.} 1/2-1/2

[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "????.??.??"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "1/2-1/2"]
[Annotator "Utzinger,K"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 {Dieses Gambit ist ueber
das Brett - vor allem fuer einen vorbereiteten Spieler - sicher anwendbar.
Ich würde einfach "normal" weiterentwickeln nach beispielweise} 6. O-O {
mit} 6. ... Qb6 {und nach } 7. Nbd2 {mit} 7. ... Nge7 {fortsetzen} 8. Nb3
Ng6 {und z. B. gerne den Springer auf g6 tauschen lassen gegen den weissen
Angriffslauefer} 9. Bxg6 hxg6 10. Nbxd4 Nxd4 11. Nxd4 Bc5 {und Schwarz hat
keine Probleme, zumindest weniger Probleme als in den ueblichen
Standardvarianten. Keinesweges wuerde ich jedoch versuchen, den d4-Bauer
um jeden Preis zu halten.} 1/2-1/2
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Re: Die Französische Verteidigung

Beitragvon Topschach » Di 20. Aug 2013, 06:12

Vielen Dank für deine Variante. Ich denke allerdings, dass Weiß nur im Notfall versuchen sollte, den Bauern zurückzu gewinnen. Viel mehr sollte er den Springerzug nach b4 verhindern, damit der Springer unseren schönen Läufer auf d3 nicht abtauscht:

[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "????.??.??"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "*"]
[PlyCount "15"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O Qb6 7. a3 Nge7 8. Re1
*



[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "????.??.??"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "*"]
[PlyCount "15"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O Qb6 7. a3 Nge7 8. Re1
*

Der Turmzug nach e1 macht den Weg für den Springer b1 nach g3 frei. Bei Bedarf auf nach b3. Schwarz steht vor einer ziemlich geschlossenen Stellung und wir früher oder später versuchen, mittels f7-f6 am Bauern e5 zu knabbern um seine Zentrumslawine zum Laufen zu bekommen. Weiß sollte aber genug Mittel haben, dass zu verhindern. Der Turmzug nach e1 kommt dabei in jeder Varinate vor, außer, wenn Schwarz im sechsten Zug anstatt Dame b6, den Bauern nach f6 zieht. Dann muss anstatt Turm e1 die Dame nach e2 gezogen werden. Das gibt hübsche Optionen, die Stellung vorteilhaft zu öffnen.
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Re: Die Französische Verteidigung

Beitragvon kurutz » Sa 24. Aug 2013, 12:00

Topschach hat geschrieben:Vielen Dank für deine Variante. Ich denke allerdings, dass Weiß nur im Notfall versuchen sollte, den Bauern zurückzu gewinnen. Viel mehr sollte er den Springerzug nach b4 verhindern, damit der Springer unseren schönen Läufer auf d3 nicht abtauscht:

[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "????.??.??"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "*"]
[PlyCount "15"]
1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O Qb6 7. a3 Nge7 8. Re1

[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "????.??.??"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "*"]
[PlyCount "15"]
1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O Qb6 7. a3 Nge7 8. Re1
*

Der Turmzug nach e1 macht den Weg für den Springer b1 nach g3 frei. Bei Bedarf auf nach b3. Schwarz steht vor einer ziemlich geschlossenen Stellung und wir früher oder später versuchen, mittels f7-f6 am Bauern e5 zu knabbern um seine Zentrumslawine zum Laufen zu bekommen. Weiß sollte aber genug Mittel haben, dass zu verhindern. Der Turmzug nach e1 kommt dabei in jeder Varinate vor, außer, wenn Schwarz im sechsten Zug anstatt Dame b6, den Bauern nach f6 zieht. Dann muss anstatt Turm e1 die Dame nach e2 gezogen werden. Das gibt hübsche Optionen, die Stellung vorteilhaft zu öffnen.


Hallo Benny
Wie gesagt, spielbar ist das alles für Weiss ganz bestimmt, wobei meiner Meinung nach kein Vorteil erzielt werden kann. Denn bei einem Minusbauer und mit die Entwicklung hemmenden Zügen wie 7.a3 sollte Schwarz bei richtigem Spiel schneller als üblich in der Französischen Verteidigung zumindest Ausgleich erhalten. Wird man am Brett jedoch unvorbereitet mit dieser Variante konfrontiert, hat ein gut vorbereiteter Weissspieler einige Chancen, dass der Nachziehende nicht die beste Verteidigung trifft, wonach die Eröffnung für ihn in die Hosen gehen könnte. Bei Gelegenheit werde ich versuchen, das Ganze auch analytisch auszuwerten.
Gruss
Kurt
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Re: Die Französische Verteidigung

Beitragvon Topschach » So 25. Aug 2013, 10:11

kurutz hat geschrieben:Hallo Benny
Wie gesagt, spielbar ist das alles für Weiss ganz bestimmt, wobei meiner Meinung nach kein Vorteil erzielt werden kann. Denn bei einem Minusbauer und mit die Entwicklung hemmenden Zügen wie 7.a3 sollte Schwarz bei richtigem Spiel schneller als üblich in der Französischen Verteidigung zumindest Ausgleich erhalten. Wird man am Brett jedoch unvorbereitet mit dieser Variante konfrontiert, hat ein gut vorbereiteter Weissspieler einige Chancen, dass der Nachziehende nicht die beste Verteidigung trifft, wonach die Eröffnung für ihn in die Hosen gehen könnte. Bei Gelegenheit werde ich versuchen, das Ganze auch analytisch auszuwerten.
Gruss
Kurt


Grundsätzlich empfehle ich mit Weiß die folgende Variante zu spielen: 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.e5 c5 5.Ld2 usw. - Das erfordert aber schon recht intensives Arbeiten und Sturdieren der entstehenden Varianten.

Wenn es ein Allheilmittel gäbe, durch welches man Schwarz keinen Ausgleich bekommen könnte, dann würde das wohl jeder Spieler mit Weiß spielen. Ich persönlich habe in der Bauernopfervariante recht gute Ergebnisse (auch gegen 2200+ DWZ) erziehlt und kann dieses System gerade Leuten empfehlen, welche recht wenig Zeit haben, sich auf Französisch vorzubereiten.

Mit korrektem Spiel sollte Schwarz das im Griff haben, aber dazu muss er schon einige Stolperfallen beachten. Auf Deine lehrreichen Analysen warte ich mit Spannung.

Schachgruß

Benny
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Re: Die Französische Verteidigung

Beitragvon kurutz » So 25. Aug 2013, 16:42

Topschach hat geschrieben:
kurutz hat geschrieben:Hallo Benny
Wie gesagt, spielbar ist das alles für Weiss ganz bestimmt, wobei meiner Meinung nach kein Vorteil erzielt werden kann. Denn bei einem Minusbauer und mit die Entwicklung hemmenden Zügen wie 7.a3 sollte Schwarz bei richtigem Spiel schneller als üblich in der Französischen Verteidigung zumindest Ausgleich erhalten. Wird man am Brett jedoch unvorbereitet mit dieser Variante konfrontiert, hat ein gut vorbereiteter Weissspieler einige Chancen, dass der Nachziehende nicht die beste Verteidigung trifft, wonach die Eröffnung für ihn in die Hosen gehen könnte. Bei Gelegenheit werde ich versuchen, das Ganze auch analytisch auszuwerten.
Gruss
Kurt


Grundsätzlich empfehle ich mit Weiß die folgende Variante zu spielen: 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 4.e5 c5 5.Ld2 usw. - Das erfordert aber schon recht intensives Arbeiten und Sturdieren der entstehenden Varianten.

Wenn es ein Allheilmittel gäbe, durch welches man Schwarz keinen Ausgleich bekommen könnte, dann würde das wohl jeder Spieler mit Weiß spielen. Ich persönlich habe in der Bauernopfervariante recht gute Ergebnisse (auch gegen 2200+ DWZ) erziehlt und kann dieses System gerade Leuten empfehlen, welche recht wenig Zeit haben, sich auf Französisch vorzubereiten.

Mit korrektem Spiel sollte Schwarz das im Griff haben, aber dazu muss er schon einige Stolperfallen beachten. Auf Deine lehrreichen Analysen warte ich mit Spannung.

Schachgruß
Benny


Hallo Benny
Hier eine Kurzanalyse gegen dein geliebtes a2-a3.
Schachgruss
Kurt

[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "????.??.??"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "1/2-1/2"]
[PlyCount "15"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O Bd7
{Sofortige Entwicklung, so dass beispielsweise Ld3-b5 mit Sc6xe5
beantwortet werden kann, ist besser als 6...Db6, weil die schwarze
Dame sich nicht zu frueh festlegen sollte (Utzinger,K) }
7. a3
{Um das laestige Sc6-b4 zu verhindern, aber das ist einfach zu
langsam, weshalb Weiss hier nach besseren Alternativen schauen muss
(Utzinger,K).}
7. ... Nge7
{Zur Vorbereitung von Se7-g6, um rasch Druck auf den weissen e5-Bauer
ausueben zu koennen (Utzinger,K) }
8. Re1 Ng6
{Und schon bald gehen dem Anziehenden die guten Zuege aus (Utzinger,K)
}
9. Nbd2 Qc7
{Der Druck gegen den e5-Bauern wird schon uebermaechtig (Utzinger,K) }
10. Qe2 Nf4 11. Qf1 Nxd3
{Und schon ist der schoene weisse Angriffslaeufer verschwunden
(Utzinger,K) }
12. Qxd3 Be7 13. Nb3 Rc8
{Schwarz steht nun gut bis leicht besser (Utzinger,K) }
14. Bf4 h6 15. Nbxd4 Nxd4 16. Nxd4 1/2-1/2

[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "????.??.??"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "1/2-1/2"]
[PlyCount "15"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O Bd7
{Sofortige Entwicklung, so dass beispielsweise Ld3-b5 mit Sc6xe5
beantwortet werden kann, ist besser als 6...Db6, weil die schwarze
Dame sich nicht zu frueh festlegen sollte (Utzinger,K) }
7. a3
{Um das laestige Sc6-b4 zu verhindern, aber das ist einfach zu
langsam, weshalb Weiss hier nach besseren Alternativen schauen muss
(Utzinger,K).}
7. ... Nge7
{Zur Vorbereitung von Se7-g6, um rasch Druck auf den weissen e5-Bauer
ausueben zu koennen (Utzinger,K) }
8. Re1 Ng6
{Und schon bald gehen dem Anziehenden die guten Zuege aus (Utzinger,K)
}
9. Nbd2 Qc7
{Der Druck gegen den e5-Bauern wird schon uebermaechtig (Utzinger,K) }
10. Qe2 Nf4 11. Qf1 Nxd3
{Und schon ist der schoene weisse Angriffslaeufer verschwunden
(Utzinger,K) }
12. Qxd3 Be7 13. Nb3 Rc8
{Schwarz steht nun gut bis leicht besser (Utzinger,K) }
14. Bf4 h6 15. Nbxd4 Nxd4 16. Nxd4 1/2-1/2
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Re: Die Französische Verteidigung

Beitragvon Topschach » So 25. Aug 2013, 17:48

Hallo Kurt,

also 10.De2 ist natürlich Unfug. Der Springer g6 sollte genommen werden, gefolgt von beispielsweise Sb3 usw. Hier hat Weiß viele Möglichkeiten die Partie sinnvoll fortzusetzen. Nach 10.De2 hat Schwarz übrigens die Remisschaukel 10...Sf4 11.Df1 Sg6 usw. - Wie gesagt, muss hier Schwarz noch nicht mal auf d3 nehmen, da die Dame auf f1 absolut knülle steht. Der Zug a3 ist übrigens nicht aus meiner Feder, sondern eine Empfehlung verschiedener GMs, die sich mit der Variante beschäftigt haben. Also besser "geliebter GM-Zug". Der Zug ist auch kein Mysterium. Viele Spieler denken, dass Weiß damit b2-b4 vorbereiten und antworten sehr oft a7-a5. Aber dieser Zug dient lediglich, den Springerzug nach b4 und den damit verbundenen Abtausch auf d3 zu verhindern. Es gibt nur eine Variante, in der Weiß seine Dame nach e2 zieht und das ist nach 1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O f6

Hier zieht Weiß die Dame direkt nach e2.

Ich finde, dass Du es Dir in Deinen Analysen schon recht einfach gemacht hast. Zu einer guten Analyse gehört, dass man für beide Seiten in die sinnvolle Richtung denkt. Leider haben viele Schachspieler das Problem, sich für eine Wunschseite zu entscheiden und dann nur noch in eine Richtung zu denken.

Deine angegebene Variante läßt sich mit Weiß sehr leicht auskontern. Nach 1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O Ld7 folgt natürlich planmäßig 7.Te1. Der Springerausfall nach b4 wäre hier von Schwarz absolut verfrüht, wie man nach 7...Sb4 8.Lf1 sofort sieht. Nach 8...Sc6 wird der Bauer auf d4 genommen und die Stellung geöffnet. Das bietet beiden Spielern gute Chancen, allerdings strebt der Französisch-Spieler nicht unbedingt offene Stellungen an, weshalb der psychologische Vorteil wohl auf der Seite von Weiß liegt. Natürlich gibt es immer Leute darauf sagen, dass sie auch mit offenen Stellungen keine Probleme haben, aber diese Diskussion kann man dann endlos führen. Jeder hat seine Stellungstypen die er gerne spielt und wenn jemand offene Stellungen bevorzugt, ist Französisch zunächst eine recht unpraktische Wahl.

Natürlich gibt es Spitzenspieler wie Carlsen, die so gut wie jede Stellung spielen können, aber diese Spieler sind nicht die Zielgruppe dieser Opfervariante. Ich habe aus der Eröffnung heraus mit diesem System schon richtig gute Spieler geschlagen. Vor einigen Wochen habe ich dann auch einen FM bei einem Schachseminar nach dieser Variante abgeklopft, welcher Französisch in seinem Repertoire hat und bekam die Antwort, dass er die Ideen für Weiß für gut spielbar hält, er es aber bisher noch nicht auf dem Brett emtgegengesetzt bekommen hat. Ich fragte ihn nach seinen Ideen für Schwarz und er fand auf den ersten Blick 6...f6 sehr interessant.

Hier gibt es viel zu analysieren. Sowohl für Schwarz, als auch für Weiß. Ich beschäftige mich mittlerweile seit über einem Jahr mit der Variante und Du kannst mir glauben, dass da viele Analysen zusammengekommen sind. Genau deswegen haben mich Deine Analysen als Französisch-Spieler interessiert.

PS:

kurutz hat geschrieben:1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. Nf3 Nc6 5. Bd3 cxd4 6. O-O Bd7
{Sofortige Entwicklung, so dass beispielsweise Ld3-b5 mit Sc6xe5
beantwortet werden kann, ist besser als 6...Db6, weil die schwarze
Dame sich nicht zu frueh festlegen sollte (Utzinger,K) }


Hallo Kurt,

nimm mir es nicht übel, aber ich bin von Dir bessere Analysen gewohnt. Du ziehst hier wirklich in Betracht, dass Weiß seinen bereits nach d3 entwickelten Läufer nochmals zieht und dann auch noch nach b5 ?

Darf ich an dieser Stelle einfach mal nach Deiner Spielstärke fragen ? In der Datenbank vom Schachbund habe ich Dich nicht gefunden, aber das muss ja nichts bedeuten. Deine Analysen der Partien von Capablanca waren da irgendwie gehaltvoller.
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