Attacking Manual 1 und 2 - Quality Chess

Buchbesprechnungen für den Schachfan

Attacking Manual 1 und 2 - Quality Chess

Beitragvon Topschach » Di 10. Jan 2012, 11:56

Liebe Schachfreunde,

vor einiger Zeit habe ich die beiden Bände Attacking Manual 1 und 2 von Jacob Aagaard durchgearbeitet und ich bin einfach begeistert. Für viele Schachspieler ist es heutzutage schwer, sich mit einem Schachbuch zu beschäftigen, geschweige denn, etwas daraus zu lernen. Auch ich muß mich manchmal zwingen, mir die Zeit zum studieren zu nehmen und oft stelle ich nach wenigen Seiten fest, daß das Buch nichts taugt. Nicht so bei den vorliegenden Büchern. Diese habe ich sozusagen "verschlungen". Der Autor weiß offenbar genau, was der lernwillige Schachspieler möchte und wie man Bücher schreibt, die neben dem Lerneffekt auch noch eine gute Portion Unterhaltungswert bieten. Mit einfachen Worten erklärt Aagaard, worauf es beim Schachspielen ankommt und vermittelt mit hervorragender Didaktik, wie ein Angriff entsteht und welche Schritte notwendig sind, um eine Angriffsposition zu erhalten. Bewußt hält sich Aagaard mit ewig langen Variantenbäumen zurück und konzentriert sich auf das Wesentliche. Für mich war das Studieren der beiden Bände eine sehr interessante Erfahrung, da ich viele Dinge und Sichtweisen entdeckte, die ich schon vor dem Lesen der Bücher vertreten habe. Aagaard hält an sehr einfach zu lernended Regeln fest, ohne sich bedrängt zu fühlen, immer alles durch konkrete Zugfolgen beweisen zu müssen. Wer kennt nicht die Vereinsabende, in welcher man zusammen eine Partie analysiert und mittendrin der ein oder andere es zu 100% genau wissen will und nach konkreten Varianten fragt. Meistens enden diese "Analysen" damit, daß zwei die Sache ausblitzen und wer gewinnt, hat recht. Meiner Meinung nach, läßt sich Schach auf diese Weise nicht lernen. Wer etwas Konkretes haben möchte, kann eine Schachengine einschalten und wird sehr konkrete Züge erhalten. Aber viel lernen wird man so nicht. Die beiden "Attacking Manual" Bände zeigen, daß Schach nicht einfach nur rechnen ist, sondern auch viel Wissen dahinter steckt. Wann sind die Figuren so positioniert, daß ein Angriff gestartet werden kann ? Wann ist ein Opfer im Angriff sinnvol ? Was bedeutet der Übergang von Evolution zur Revolution ? All diese Fragen werden beantwortet und der Leser bekommt endlich die Möglichkeit, sich in Stellungen hineinzufühlen und anhand einfacher Faustregeln zu bewerten, was eine Stellung als Nächstes fordert.

Auch wenn der Titel es nicht vermuten läßt, vermittelt ein großer Teil der Bücher strategisches Wissen. Mir persönlich, haben diese beiden Bücher sehr geholfen, mein Schachverständnis zu verbessern.

Attacking Manual 1 und 2 sollten in jedem Schachbücherschrank sein und spätestens nach einer Woche nicht mehr wie neu aussehen ;)

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http://www.topschach.de/advanced_search_result.php?keywords=Attacking+Manual
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