Chessbase 13 - Nichts wirklich Neues

Aktuelle Schachprodukte werden vorgestellt

Chessbase 13 - Nichts wirklich Neues

Beitragvon Topschach » Mo 20. Okt 2014, 08:56

Chessbase 13 - Wissen ist matt

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Mit Chessbase 13 legt die Firma Chessbase ihr Schachdatenbankprogramm neu auf, oder sollten wir hier besser von aufwärmen schreiben ?
Gut,- es gibt ein paar neue Features, aber ob diese einen ganzen Versionssprung rechtfertigen, darf man stark bezweifeln. Schon in den Versionen 11 und 12 waren es lediglich Gimmicks, die hinzukamen. Den verspäteten Einstieg in die 64-Bit Welt in Version 12 zähle ich absichtlich nicht als Highlight, da 64-Bit Anwendungen mittlerweile einfach Standard sind und der Kunde erwarten kann, dass diese Technik auch verwendet wird.

Mit Chessbase 13 kündigte sich ja ein weiterer Schritt in Richtung Cloud-Speicherung an. Herausgekommen ist dabei eine Online-Speichermöglichkeit seiner privatesten Schachdatenbanken und seines Repertoires. Der Vorteil soll lautz Chessbase sein, dass man nun auch mit mobilen Endgeräten auf diese Daten zugreifen kann. Hierzu wird allerdings ein sog. Chessbase-Konto benötigt. Gerade was meine privaten Analysen und Datenbanken betrifft, bin ich einfach nicht bereit, einer Firma wie Chessbase mein Vertrauen zu schenken. Zu viele Pannen gab es in den letzten Jahren und es mangelt an allen Ecken an Professionalität. Auch heute noch, wie die jüngste Idee von Chessbase beweist:

http://de.chessbase.com/post/chessbase-vereins-partnerprogramm

Dieses Vereinspartnerprogramm steht rechtlich auf sehr wackeligen Beinen und dürfte einer Prüfung kaum standhalten. Spätestens, wenn die ersten Vereine ihre Gemeinnützigkeit abgesprochen bekommen, wird sich auch dieses Thema erledigt haben. Die besänftigenden, aber trotzdem unsinnigen Ausführungen von Martin Fischer zum Thema Gemeinnützigkeit, sind schon fast eine Anstiftung zur Steuerhinterziehung.

Aber zurück zu Chessbase 13. Welchen Vorteil soll ich haben, wenn ich Chessbase meine Analysen in der Cloud bereitstelle ? Meine Datenbanken kann ich schon heute auf meinem Smartphone speichern und habe damit immer Zugriff auf meine Daten. Ich benötige noch nicht einmal mobiles Internet.

Neuerungen gab es aber nicht nur im Cloud-Bereich, sondern auch in der Usability. Also der Benutzerfreundlichkeit. Ein paar Knöpfe sind nun unterhalb des Notationsfensters vorhanden mit denen man schneller die Notationsfunktionen aufrufen kann. Auch ist es möglich, Bretter in den Live-Übertragungen mit einem Klick zu schließen. Wow !!! Schöne Sache, aber rechtfertigen diese Korrekturen einen ganzen Versionsprung ? ich sage NEIN !

Mir ist das einfach zu wenig ! Wer Chessbase 12 sein Eigen nennt, kann auf Chessbase 13 getrost verzichten. Auch wenn das Upgrade einen knappen 100er kostet, ist einfach zu wenig Neues vorhanden. Wer noch kein Chessbase 12 besitzt, kann zumindest mit dem Starter Paket liebäugeln. Das reicht in jedem Fall ! Das Premium und Mega Paket bietet programmtechnisch nicht mehr.

FAZIT:

Chessbase 13 ist ein gutes Schach-Datenbankprogramm, dass sich aber nur unwesentlich von Version 12 unterscheidet. Das man das Rad nicht alle 2 Jahre neu erfinden kann, wird auch Chessbase noch lernen.

Chessbase-Neulinge, die bisher noch kein Chessbase-Datenbankprogramm besitzen, können auf jeden Fall zugreifen:

Chessbase 13 Upgrade Paket:
http://www.topschach.de/chessbase-upgradepaket-p-3024.html

Chessbase 13 Starter Paket:
http://www.topschach.de/chessbase-starter-paket-p-3025.html

Chessbase 13 Mega Paket:
http://www.topschach.de/chessbase-mega-paket-p-3027.html

Chessbase 13 Premium Paket:
http://www.topschach.de/chessbase-premium-paket-p-3026.html
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Re: Chessbase 13 - Nichts wirklich Neues

Beitragvon zehnopple » Mi 22. Okt 2014, 20:57

Ich habe gelesen, dass sie auch bei der Repertoire-Datenbank-Funktionalität was geschraubt haben.
Da fällt mir ein, dass ich schon lange mal Fragen wollte. Nutzt jemand diese Möglichkeit der "Repertoire"-Datenbank? Welche Vorteile außer der verinfachten Suche nach Musterpartien hat das denn?
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Re: Chessbase 13 - Nichts wirklich Neues

Beitragvon Topschach » Do 23. Okt 2014, 07:53

zehnopple hat geschrieben:Ich habe gelesen, dass sie auch bei der Repertoire-Datenbank-Funktionalität was geschraubt haben.
Da fällt mir ein, dass ich schon lange mal Fragen wollte. Nutzt jemand diese Möglichkeit der "Repertoire"-Datenbank? Welche Vorteile außer der verinfachten Suche nach Musterpartien hat das denn?


In den früheren Chessbase Versionen gab es nur eine Repertoire-Datenbank für Weiß und Schwarz. Dein Repertoire wurde also gemischt gespeichert, obwohl das eigene Schwarzrepertoire überhaupt nichts mit dem eigenen Weiß-Repertoire zutun haben muss. Beschwert hat sich darüber aber nie einer, weil diese Funktion sowieso niemand nutzte. In Chessbase 13 gibt es nun eine Repertoiredatenbank für Schwarz und eine für Weiß. Das Füllen dieser Repertoiredatenbank ist allerdings aufwendig und der Nutzen gleich Null. Die Suche nach Musterpartien funktioniert über die Direktsuche einfach schneller. Wenn man es trotzdem geschafft hat, sich seine Repertoiredatenbank anzulegen, dann ist die Wartung und Aktualisierung dieser Datenbank ebenfalls nur mit Aufwand zu schaffen. Die Automatisierungen die Chessbase anbietet, liefern nur unsinnnige Ergebnisse. Beispielsweise werden Vorschläge ins Repertoire reingeschrieben, die überhaupt nichts mit den Stellungsstrukturen meines Repertoires zutun haben.

Ich kenne niemanden, der diese Repertoire-Datenbank-Funktion ernsthaft nutzt. Es gibt einfach bessere Mögichkeiten, sein Repertoire zu verwalten. Das wird sich auch bei Chessbase 13 nicht ändern.
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Re: Chessbase 13 - Nichts wirklich Neues

Beitragvon Topschach » Mi 26. Nov 2014, 14:32

Nachdem ich Chessbase 13 nun schon einige Tage testen konnte, zeigten sich recht oft die Nachteile, dieses "Cloud"-Unsinns. Mehrfach waren die entsprechenden Server nicht erreichbar, was auch bei einigen Kunden für Unmut sorgte, da diese ihre Chessbase 13 Version nicht aktivieren konnten.

Wenn das Cloud-Feature dann mal funktioniert kann man seinen Trainingsstoff auf den Server von Chessbase hochladen und seinen Schülern per URL-Link zur Verfügung stellen. Eine nette Idee von Chessbase, aber was ist an dieser Funktion besser, als einfach wie bisher seinen Schülern das Material per Email zukommen zu lassen ?

Will ein Schüler nun mit dem in der "Cloud" befindlichem Material arbeiten, muss er sich den Stoff als PGN-Datei herunterladen. Ja so ein Schmarrn ! - Da kann ich nun wirklich beim Versenden von Emails an meine Schüler bleiben und laufe auch nicht Gefahr, dass meine ausgearbeiteten Trainingsunterlagen in den Händen von Chessbase laden.

Jetzt noch ein paar Worte zur Geschwindigkeit von Chessbase 13. Ich konnte hier keine wesentlichen Vorteile gegenüber der Version 12 erkennen. Das Suchen nach Dubletten und auch das Filtern funktioniert genauso "schnell", wie bei Version 12.

Für mich ist die Version 13 des doch sonst recht guten Schach-Datenbankprogramms die bisher fragwürdigste Version, welche auf den Markt kam. Lediglich im Detail findet man Neuerungen und kosmetische Veränderungen. Noch nie war der Spruch "Alter Wein aus neuen Schläuchen" zutreffender. :shock:
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Re: Chessbase 13 - Nichts wirklich Neues

Beitragvon Topschach » Mi 10. Dez 2014, 12:37

UPDATE:

Ab sofort ist nun auch das Chessbase-Webinterface online unter http://mygames.chessbase.com/js/apps/Access/

Eine schöne Sache und auch für jeden nutzbar, der kein Chessbase 13 sein Eigen nennt. Es lassen sich Partien analysieren und lokal abspeichern. Das Speichern der Partiensammlung in der Chessbase-Cloud erfordert einen Premiumzugang. Insgesamt eine recht sinnvolle Erweiterung und wohl ein erster Schritt, die Datenbanksoftware komplett als Online-Service zur Verfügung zu stellen, was wohl mit Chessbase 14 geplant ist.

Das Webinterface ist für uns Schachtrainer auch deshalb sehr interessant, weil nun während dem Schachtraining nur noch ein Laptop mit Internetzugang benötigt wird und auf die Schachoberfläche im Internet zugegriffen werden kann. Auch die Analyse mittels Fritz 14 läuft direkt über das Webinterface. Wer allerdings nun denkt, dass man hierdurch auch Rechenzeit spart, der irrt. Die Analyseengine nutzt für die Berechnung weiterhin den lokalen Prozessor. Aber damit kann man gut leben.
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