Mannschaftskampf SG Eichenau/P. vs. TSV Gilching/Argelsried

Klatsch und Tratsch zum Thema Schach

Mannschaftskampf SG Eichenau/P. vs. TSV Gilching/Argelsried

Beitragvon Topschach » Do 1. Mär 2012, 09:39

Liebe Vereinskamerarden,

der vorliegende Spielbericht enthält vorerst keine Bilder, aber diese werden in jedem Fall nachgereicht. Beginnen möchte ich mit der Ankunft, einer hoch motivierten Mannschaft. Dabei meine ich selbstverständlich uns, 8-) die Gilchinger. Einige meinten, dass wir gegen Eichenau mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft angetreten sind, aber hier bin ich anderer Meinung. Gut,- an den letzten beiden Brettern haben wir für frischen Wind gesorgt, aber das ist auch gut so. Sowohl unser Jugendspieler Marian Hrasky und unser neu hinzugewonnener Senior Siegfried Hampel waren an diesem Spieltag eine Bereicherung für das gute Klima innerhalb der Mannschaft und werteten allein schon damit den Zusammenhalt kräftig auf. Zwar konnten beide keinen Punkt an diesem Sonntag holen, aber so eindeutig war die Sache nicht. Beide hatten eine vielversprechende Stellung und es fehlte einfach nur der letzte Biss. Ich bin mir sicher, dass mit den kommenden Einsätzen die Erfahrung der beiden steigen wird und ein voller Punkt nicht mehr lange auf sich warten läßt.

Aber der Reihe nach. Etwa 10 vor 10 erreichten wir das Spiellokal und standen erstmal vor verschlossenen Türen. Kein Problem für uns. Es war Sonntag morgen und alle hatten gute Laune. Ein paar Minuten später kamen dann auch schon Teile der gegnerischen Mannschaft, schlossen die Tür zum Lokal auf und führten uns in einen kleinen stickigen Raum. Alle Fenster waren geschlossen und mußten es auch die nächsten Stunden bleiben, weil die bösen Autofahrer auf der Hauptstraße noch viel böseren Krach machten. Hektisch wurden die Tische kuschelig zusammengerückt und das Spielmaterial aufgebaut. Natürlich war es schon kurz nach 10 Uhr und natürlich kommt es vor, dass mal ein Spieler fehlt. Beim Gegner war es Dr. Berwig, der sich mit ein paar Minuten Verspätung zu uns gesellte. Aber kein Problem. Wir Gilchinger sehen das relativ locker :ugeek: Kein Grund, sich zu beschweren.

Auf meine Nachfrage, wo es den Kaffee gibt, bekam ich erstaunlicherweise die Antwort, dass es keinen Kaffee gibt. Dafür liegt aber Bier im Kühlschrank. Ein Schach-Mannschaftskampf ohne Kaffee, dass habe ich noch nie erlebt ! Aber was solls,- kein Grund sich die gute Laune verderben zu lassen.

Noch bevor die Partien losgingen, war es in unserem Raum stickig und miefig. Es sollte nicht besser werden.

An Brett 6 spielte Arne Thaler seine Partie gegen Dieter Berwig sehr souverän zum Sieg, wobei er hier und da schon aufpassen musste. Johann Kunz remisierte eine sehr trocken angelegte Partie am Brett 5 und unser Reingruber Sepp gewann an Brett 4 durch eine witzige Kombi im Endspiel. Dabei sah es beim Übergang von der Eröffnung zum Mittelspiel relativ ausgeglichen aus. Sepp hat es meiner Meinung nach ein paarmal verpasst, die Eröffnungswahl seines Gegners zu bestrafen. Stattdessen zog er es vor, sich in aller Gemütlichkeit aufzubauen und immer eine ganz solide Stellung zu behaupten. Auch im Mittelspiel hatte Sepp die Hosen an, hat aber anstatt anzugreifen, ein paar langsame Züge gemacht, welche sein Gegner mit noch langsameren Zügen beantwortete. Gegen Ende wurde es dann etwas hektisch. Sepp hatte nur noch wenige Minuten auf der Uhr und noch ein gutes Dutzend Züge bis zur Zeitkontrolle zu ziehen. Auf dem Brett ging es mal hin und mal her und ich hatte das Gefühl, dass irgendwie keiner so richtig wollte und beide einfach nur auf einen Fehler des anderen hofften, ohne was zu riskieren oder zu provozieren. Aber gerade in Zeitnot blüht unser Sepp auf. Da sieht er viel und läßt das Brett in Flammen aufgehen. Ja,- richtig taktisch wurde es. Sepp griff an und hatte die Grundreihe des Gegners unter Beschlag genommen. Überall waren Drohungen und es wäre die Pflicht von Sepps Gegner gewesen, sich um die eigene Königssicherheit zu kümmern. Aber stattdesen übersieht er ein Dauerschach und meinte, in höchster Gefahr des Königs, mit der Dame auf Bauernjagd gehen zu müssen. Mit vollem Magen versuchte die Dame anschließend ihrem König zu Hilfe zu eilen und setzte sich dabei auf ein Feld, welches vergifteter hätte nicht sein können. Den Sepp juckte es schon in den Fingern und man konnte es in seinem Gesicht ablesen, wie er förmlich darauf hoffte, dass seinem Gegner dieser "Lapsus Calami" widerfährt. Und so kam es zu einer wirklich netten Kombi, in welcher Sepp mit einer Mehrfigur ein gewonnenes Endspiel hätte erreichen können. Sein Gegner aber war von der Wucht des Angriffes so benommen, dass Sepp einen Zug später sogar zwei Mehrfiguren hatte. Was zuviel ist, ist zuviel. Da sah auch Sepps Gegner, der schnell die Partie aufgab.

An Brett 3 schlug sich Frank Homma sehr gut. Am Ende wurde Remis vereinbart in einer Stellung, welche auch definitiv Remis sein sollte. Allerdings hätte Frank seinen Gegner bestimmt noch etwas kneten können und vielleicht wäre hier auch dann der volle Punkt drin gewesen, aber was passieren kann, wenn man eine Remispartie gewinnen will, habe ich beim vorletzten Mannschaftskampf schmerzlich erfahren müssen. Aus diesem Grund kann ich das Remis nur befürworten.

Nun zu Brett 2. Hier kam es zu einer netten Kurzpartie. Viel zu sagen gibt es hier eigentlich nicht.

Ich hatte die schwarzen Steine und spielte Schach.

[pgn]1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Nf6 4. Ng5 d5 5. exd5 Na5 6. Bb5+ Bd7 7. Qe2 Bd6 8. a3 Nxd5 9. Bxd7+ Qxd7 10. b4 Nc6 11. O-O O-O 12. c4 Nf4 13. Qd1 Qf5 14. Nf3 e4 15. Nh4 Qf6 16. Qg4 h5 17. Qd1 Qxh4 18. g3 Qh3 19. gxf4 Bxf4 20. Re1 Qxh2+ 21. Kf1 Qh1+ 22. Ke2 Nd4# *[/pgn]

An Brett 1 kam Ralph Hoys Gegner sehr übel aus der Eröffnung raus und stand die ganze Partie über auf Messers Schneide. In fernen Träumen gab es wohl die Möglichkeit für ihn, auf der g-Linie aktiv zu werden, aber Ralph unterband jegliches Figurenspiel seines Gegners und zeigte schnell, dass er das Zepter in der Hand hält und sonst niemand. Mit schlafwandlerischer Sicherheit fur auch er den Punkt ein.

Wir gewannen also 3:5 gegen den Tabellendritten und haben unsere Niederlage der letzten Saison gerächt.

Zufrieden fuhren wir nach Hause und freuten uns schon auf den Vereinsabend am kommenden Dienstag. Noch am Sonntagabend waren alle Ergebnisse auf der Webseite sichtbar und die Tabelle zeigte, dass wir den Klassenerhalt sicher haben. Ein gutes Gefühl, welches allerdings nicht lange andauern sollte. Schon am nächsten Morgen mußte ich sehen, dass unser Mannschaftskampf 8:0 gegen uns gewertet wurde. Wir hätten angeblich einen nicht gemeldeten Spieler eingesetzt. Bei dem Spieler sollte es sich um Herrn Hampel handeln. Ja,- genau der Spieler, der an Brett 8 seine Partie sowieso verloren hat. Genau dieser Spieler soll nun nicht gemeldet gewesen sein und von den Eichenauern als Grund herhalten, einen sportlichen Mannschaftskampf zu zerstören ?

Unglaublich, zu welchen Mitteln so manch einer zu greifen versucht. Die Sache konnte geklärt werden und einen Tag später hatten wir den Mannschaftskampf sozusagen zum zweiten Mal mit 3:5 gewonnen.

Ich brauch jetzt erstmal nen Kaffee....

EDIT: Nun endlich die Bilder, auf welchen man eine hoch motivierte sieht, die sich auf den bevorstehenden Mannschaftskampf freut.

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Topschach
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